Weihnachten als Fest der Liebe und der Einsamkeit?

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie – so vermitteln es zumindest die Medien und wird es uns seit Generationen eingebläut. Doch dieses verklärte und idealisierte Bild der Feiertage entspricht allzu oft nicht der Realität.
Einsamkeit rund um die Weihnachtszeit kann viele Gründe haben: Manche sind ledig, andere sind verwitwet und viele haben einfach nicht frei. Auch zerrüttete Familienverhältnisse können zu einem weihnachtlichen Gefühlstief führen. Unter Umständen habe die Kinder ihre Eltern verlassen? oder umgekehrt. Wir erinnern uns an den Werbespot des deutschen Lebensmittelhändlers EDEKA vom letzten Jahr, welcher einen Nerv getroffen hat:

Es muss nicht immer der 24. Dezember sein

Bei großen Familien oder bei Terminkollisionen kann es oft hilfreich sein, wenn man sich nicht zu sehr auf den 24. und 25. Dezember versteift. Weihnachten kann auch ein paar Tage früher oder später gefeiert werden und es empfiehlt sich Nachsicht, auch wenn ein Familienmitglied etwas verspätet zum festlichen Weihnachtsessen kommt.

Familie kann man sich nicht aussuchen, Freunde schon

Weihnachten als Fest der Liebe kann ein wunderbarer Grund sein eine gestörte Familienstruktur anzusprechen. Oft empfinden beide Streitparteien die Situation als belastend, doch niemand traut sich auf die andere Seit zuzugehen. Seien Sie mutig und machen Sie den ersten Schritt, Sie werden sehen, dass ein klärendes Gespräch viel leichter ist als man sich es vorstellt. Oft überwiegen die negativen Gedanken grundlos.

Man muss das Weihnachtsfest aber nicht unbedingt mit der Familie verbringen. Es kann auch schön sein mit Menschen zu feiern die nicht zur Familie gehören. Hören Sie sich bereits im Vorfeld bei Ihren Freundinnen und Freunden um, kinderlose Paare sind ebenso glücklich über Gesellschaft wie die Kinder von Bekannten sich über eine nette Tante oder einen netten Onkel freuen.

Wer von seinem Job vereinnahmt wird muss die Feiertage auch nicht alleine verbringen. Es gibt bestimmt in jedem Unternehmen Menschen in der gleichen Situation. Was spricht dagegen sich mit Kolleginnen und Kollegen zum Kekse backen zu verabreden oder während einer Dienstreise zusammen ein Glas Wein zu genießen? In Großstädten haben viele Bars und Restaurants auch am Heiligen Abend geöffnet.

Einsamkeit muss nichts Schlechtes sein

Weihnachten alleine zu verbringen kann auch eine Herausforderung sein, die nur genutzt werden muss. Es ist eine Gelegenheit um über sich selbst hinaus zu wachsen und mehr über seine Persönlichkeit zu lernen. Das Fest kann aber auch dazu genutzt werden einfach einmal abzuschalten oder Baustellen im eigenen Leben anzugehen. Es ist oft hilfreich auszumisten und dabei über die Situation nachzudenken. Wichtig ist, dass man sich nicht dem Gefühl der Einsamkeit hingibt und vielleicht sogar daran zerbricht.

Auch viele karitative Einrichtungen freuen sich über Hilfe zu Weihnachten. Es empfiehlt sich aber nicht erst ein paar Tage davor unangemeldet im Seniorenheim oder in der Suppenküche aufzutauchen. Klären Sie bereits im Vorfeld ab, wann und ob eine Einrichtung Hilfe benötigt. So können Sie mit Ihrer Einsamkeit andere Menschen glücklich machen, was auch direkt auf Sie abfärbt.

Ein Kurzurlaub oder ein paar spontane Tage im Wellnesshotel können auch für eine stressfreie Zeit sorgen. Bedenken Sie aber, dass die Flucht vor Einsamkeit kein guter Weg ist um diese zu bewältigen. Wer sich nicht nur an Weihnachten einsam fühlt, sondern regelmäßig von dem Gefühl aufgefressen wird, sollte zudem mit einer Expertin oder einem Experten sprechen. Aktiv Hilfe zu suchen ist keine Schwäche!