Winterdepression: Gefühlschaos in den dunklen Monaten

In einer Studie der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien wurde herausgefunden, dass rund 200.000 Österreicherinnen und Österreicher an einer Herbst-Winter-Depression leiden. Der umgangssprachliche Winterblues tritt saisonal in den Herbst- und Wintermonaten auf und wird in der Fachsprache auch saisonal-affektive Störung oder auch SAD von Seasonal Affective Disorder genannt.

Diese Sonderform der affektiven Störungen ist aber keine neue oder – wie oftmals fälschlich angenommen – eine „Modekrankheit“ sondern so alt wie die Menschen selbst. Bereits im alten Griechenland beschrieben die beiden Ärzte Hippokrates und Aretaios das Auftreten von Krankheiten im Verlauf des Jahres. Damals gab es natürlich noch keine konkrete psychiatrische Diagnose, sie nannten aber schon Symptome wie etwa Müdigkeit, Lethargie und Verstimmungen. Erstmals wirklich beschrieben wurde das Krankheitsbild 1984 vom südafrikanischen Psychiater Norman E. Rosenthal.

Die Ursachen der Herbst-Winter-Depression

Als Ursache der Winterdepression wird eine Störung des biologischen Tagesrhythmus angenommen. Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, fällt weniger Licht ins Auge, was wiederum ein Signal für die Zirbeldrüse ist. Dort wird das Hormon Melatonin ausgeschüttet, welches den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen steuert. Eigentlich ist das ein normaler Vorgang, bei Patienten mit Herbst-Winter-Depressionen ist der Informationsfluss von den Sehzellen ins Gehirn gestört, weshalb eine größere Menge des Schlafhormons produziert wird.

Ein weiterer Grund ist der Neurotransmitter Serotonin, welcher im Volksmund oft auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird. Zur Produktion von Melatonin wird im Körper Serotonin umgewandelt. Dadurch sinkt der Serotoninspiegel und der Gemütszustand verschlechtert sich. In vielen Fällen verspüren die Betroffenen einen Heißhunger. Der Grund dafür ist, dass sich einige Lebensmittel positiv auf den Spiegel auswirken.

Sieben Tipps gegen Winterdepression

  1. Ernähren Sie sich bewusst und gesund, denn viele Lebensmittel wirken sich auch auf den Serotoninspiegel aus. Empfehlenswert sind Beispielsweise Walnüsse, (Koch-)Bananen, Tomaten, Kiwis, Kakao und auch Schokolade.
  2. Halten Sie Ihren Kreislauf in Schwung. Sport oder ein gewöhnlicher Spaziergang sind eine willkommene Abwechslung zum stressigen Alltag. Bewegung an der frischen Luft und im Tageslicht hilft oft, denn selbst ein bewölkter Himmel ist immer noch besser als jede künstliche Lichtquelle.
  3. Alternativ können Sie auch eine sogenannte Tageslichtlampe im Fachhandel erwerben, ein Besuch im Solarium ersetzt allerdings kein Tageslicht.
  4. Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist nicht nur eine Heilpflanze der eine Wirkung gegen depressive Verstimmungen nachgesagt wird, sondern sie steigert auch die Lichtempfindlichkeit der Haut. So kann der Körper den winterlichen Lichtmangel besser ausgleichen. In der Apotheke Ihres Vertrauens können Sie sich über mögliche Neben- und Wechselwirkungen informieren und entsprechende Präparate kaufen.
  5. Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf und wirken Sie einsamen Stunden entgegen. Bereits kleine Highlights wie das gemeinsame Abendessen mit der Familie oder das Treffen von lieben Menschen heben die Laune.
  6. Auch ein Gespräch mit Expertinnen und Experten auf Coachfox kann helfen. Zusammen können Sie Ihre individuelle Situation besprechen und Lösungen für Körper, Geist und Seele finden.
  7. Wirkt nichts davon, ist ein Arztbesuch ratsam um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bei einem Bluttest kann der Vitamin D-Spiegel bestimmt werden. Der Körper produziert bei wenig Sonnenlicht nicht genügen Vitamin D, was sich ebenfalls auf die Stimmung auswirken kann. In seltenen Fällen schaffen nur Antidepressiva Abhilfe. Die Wirkung von Medikamenten muss zwar in klinischen Studien bewiesen werden, doch Wundermittel gibt es noch immer nicht.